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Drehfalle

Die Drehfalle (auch kurz Falle genannt) ist ein federbelastetes, schräg abgeschnittenes Riegelelement im Schloss, das beim Schließen der Tür automatisch in...

Die Drehfalle (auch kurz Falle genannt) ist ein federbelastetes, schräg abgeschnittenes Riegelelement im Schloss, das beim Schließen der Tür automatisch in das Schließblech einrastet – ohne dass ein Schlüssel betätigt werden muss. Sie sorgt dafür, dass eine Tür nach dem Zuziehen sofort gehalten wird und nicht von selbst aufspringt.

In der Schließtechnik ist die Drehfalle ein zentrales Bauteil nahezu jedes Einsteckschlosses: Sie übernimmt die Grundfunktion des Türhaltens, während der separate Riegel die eigentliche Sicherungsaufgabe beim Abschließen übernimmt. Wer die Funktionsweise der Drehfalle versteht, erkennt auch, warum eine nicht abgeschlossene Tür – trotz eingefallener Falle – keinen wirksamen Einbruchschutz bietet.

Aufbau und Funktionsweise der Drehfalle

Die Drehfalle besteht aus einem keilförmigen Metallkörper, dessen schräge Vorderfläche beim Schließen der Tür am Schließblech entlanggleitet und den Körper gegen die Federkraft ins Schlossgehäuse zurückdrückt. Sobald die Falle die Öffnung im Schließblech erreicht, schnellt sie durch die Feder nach vorne und rastet ein. Dieser Vorgang läuft vollautomatisch ab – daher spricht man auch von einer selbsteinrastenden Falle.

Betätigt wird die Drehfalle über die Türklinke (Drücker): Durch Herunterdrücken des Griffes dreht sich eine Nuss im Schlossinneren, die die Falle zurückzieht und das Öffnen der Tür ermöglicht. Von außen ist dies nur möglich, wenn die Falle nicht durch einen Sperrmechanismus blockiert ist. Im abgeschlossenen Zustand kann die Falle bei vielen Schlössern durch den Schlüssel festgestellt werden, sodass die Klinke wirkungslos bleibt – ein wichtiges Sicherheitsmerkmal.

Arten und Varianten

  • Einfache Drehfalle: Standardausführung in günstigen Einsteckschlössern; besteht aus einem einteiligen Stahlkörper mit Druckfeder. Ausreichend für Innentüren, für Außentüren ohne zusätzlichen Riegel nicht empfehlenswert.
  • Rollfalle: Die schräge Fallenfläche ist mit einer kleinen Rolle versehen, die das Einrasten geräuschärmer und leichtgängiger macht. Häufig in hochwertigen Schlössern verbaut.
  • Antipanikfalle: Speziell für Fluchttüren konzipiert; die Tür lässt sich von innen immer durch einfachen Druck auf die Klinke öffnen, auch wenn von außen abgeschlossen ist. Vorgeschrieben in Bereichen mit erhöhten Fluchtwegauflagen.
  • Blockierfalle / Sicherheitsfalle: Verfügt über einen zusätzlichen Sperrstift oder eine Blockiereinrichtung, die verhindert, dass die Falle von außen mit einem Werkzeug (z. B. Plastikkarte) zurückgedrückt werden kann.
  • Elektrisch gesteuerte Falle: In Zutrittskontrollsystemen wird die Falle elektromagnetisch freigegeben oder blockiert; Einsatz z. B. bei Bürotüren mit Chip- oder Transponder-Zugang.

Sicherheit und Schwachstellen

Die größte Schwachstelle der einfachen Drehfalle ist ihre Anfälligkeit gegen das sogenannte „Loiden“: Mit einer biegsamen Plastikkarte, einem Draht oder einem ähnlichen flachen Werkzeug lässt sich die schräge Fallenfläche von außen zurückdrücken und die Tür ohne Schlüssel öffnen. Diese Methode funktioniert immer dann, wenn die Tür nicht abgeschlossen ist und die Falle nicht durch einen Sperrmechanismus blockiert wird.

Eine weitere Schwachstelle entsteht, wenn das Schließblech zu weit von der Falle entfernt ist oder der Fallenüberstand zu gering ist – dann hält die Falle nicht zuverlässig. Für Außentüren gilt daher: Die Drehfalle allein reicht als Sicherungselement niemals aus. Erst das zusätzliche Abschließen mit dem Riegel schafft einen wirksamen Schutz. Noch besser ist die Kombination mit einem Mehrfachverriegelungssystem, das neben dem Riegel auch Schwenkhaken oder Zusatzbolzen einsetzt.

Hochwertige Sicherheitsfallen mit Blockierstift oder Stahleinlage erhöhen den Widerstand gegen Loiden erheblich und sind bei sicherheitsrelevanten Türen klar zu bevorzugen.

Worauf beim Kauf achten

  • Material und Verarbeitung: Massivstahlkörper bevorzugen; Zinkdruckguss ist weniger belastbar und bei Einbruchversuchen anfälliger für Bruch.
  • Fallenüberstand: Je größer der Überstand ins Schließblech, desto schwerer ist die Falle von außen zurückzudrücken. Mindestens 15–20 mm sind für Außentüren empfehlenswert.
  • Blockiermechanismus: Für Außen- und Wohnungseingangstüren sollte die Falle über einen integrierten Sperrstift oder eine Antiloidierfunktion verfügen.
  • Kompatibilität: Dornmaß (Abstand Fallenachse zur Türkante), Stulpbreite und Schlossgröße müssen zum vorhandenen Türblatt und Rahmen passen. Gängige Dornmaße sind 55 mm und 65 mm.
  • Normkonformität: Schlösser für sicherheitsrelevante Türen sollten den Anforderungen der DIN EN 1627 entsprechen; für Wohnungseingangstüren empfiehlt sich mindestens Widerstandsklasse RC 2.

Einbau, Wartung und Austausch

Der Einbau einer neuen Drehfalle erfolgt in der Regel im Rahmen eines kompletten Schlosswechsels, da die Falle fester Bestandteil des Einsteckschlosses ist und nicht separat getauscht wird. Beim Einbau ist auf korrektes Dornmaß, passendes Stulpformat und exakte Ausrichtung zur Schließblechöffnung zu achten. Ein falsch eingebautes Schloss führt zu erhöhtem Verschleiß, Klemmgeräuschen und im schlimmsten Fall zu einem Sicherheitsmangel.

Zur Wartung genügt es, die Falle und den Schlossmechanismus regelmäßig mit einem geeigneten Schlossspray oder Graphitpulver zu schmieren – Öle auf Mineralölbasis können den Mechanismus verkleben und sind zu vermeiden. Wenn die Falle schwergängig wird, klemmt oder nicht mehr vollständig einrastet, ist ein Fachmann hinzuzuziehen. Oft lässt sich durch Nachjustieren des Schließblechs oder Austausch des Schlosses das Problem kostengünstig beheben.

Tipps vom Fachmann

Aus meiner täglichen Praxis als Schlüsseldienst in Wiesbaden und der Rhein-Main-Region erlebe ich regelmäßig, dass Bewohner glauben, ihre Tür sei gesichert, weil die Falle eingerastet ist – tatsächlich ist die Tür aber nicht abgeschlossen. Eine eingefallene Drehfalle hält die Tür zu, schützt aber nicht vor Einbruch. Schließen Sie Ihre Wohnungseingangstür immer vollständig ab, auch wenn Sie nur kurz das Haus verlassen.

Wer eine ältere Tür mit einfacher Falle ohne Blockiermechanismus hat, sollte über den Einbau eines Schlosses mit Sicherheitsfalle oder zumindest eines Zusatzschlosses nachdenken. In Kombination mit einem geprüften Schließblech und einem stabilen Türrahmen steigt der Einbruchschutz erheblich. Bei Fragen zur richtigen Ausstattung berate ich Sie gerne vor Ort – kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Drehfalle

Kann man eine Tür mit eingefallener Drehfalle als gesichert betrachten?

Nein. Die Drehfalle hält die Tür lediglich in der geschlossenen Position, bietet aber keinen Einbruchschutz. Eine Tür ist erst dann gesichert, wenn der Riegel durch Abschließen vorgeschoben ist. Für Außentüren ist das Abschließen daher unverzichtbar.

Was bedeutet „Loiden“ und wie schützt man sich davor?

Loiden bezeichnet das Zurückdrücken der Drehfalle mit einer flexiblen Karte oder einem dünnen Werkzeug, um eine nicht abgeschlossene Tür zu öffnen. Schutz bieten Schlösser mit einer integrierten Sicherheitsfalle (Blockierstift), die dieses Zurückdrücken mechanisch verhindert. Zusätzlich hilft natürlich das konsequente Abschließen der Tür.

Wie erkenne ich, ob meine Drehfalle noch einwandfrei funktioniert?

Die Falle sollte beim Schließen der Tür hörbar und spürbar einrasten und beim Drücken der Klinke leichtgängig zurückgleiten. Klemmt sie, rastet sie nicht vollständig ein oder lässt sie sich mit wenig Kraft von außen zurückdrücken, ist ein Austausch des Schlosses ratsam. Ein Fachmann kann die Funktion schnell prüfen.

Welche Kosten entstehen beim Austausch eines Schlosses mit Drehfalle?

Ein hochwertiges Einsteckschloss mit Sicherheitsfalle ist ab ca. 40–80 € erhältlich; hinzu kommt der Einbau durch den Fachmann. Bei einer regulären Türöffnung mit anschließendem Schlosswechsel liegen die Gesamtkosten je nach Aufwand und Tageszeit im üblichen Rahmen – werktags ab ca. 70–80 € für die Öffnung, zuzüglich Materialkosten.

Muss die Drehfalle beim Schlosswechsel immer mitgetauscht werden?

Da die Drehfalle fester Bestandteil des Einsteckschlosses ist, wird sie beim Schlosswechsel automatisch mitgetauscht. Ein separater Austausch nur der Falle ist in der Regel nicht vorgesehen und technisch meist nicht sinnvoll. Ein Fachmann baut das komplette Schloss aus und setzt ein passendes neues ein.

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